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Arbeit 4.0 - Kreativität ist angesagt!

geschrieben am 2016-01-09 19:56:00

In diesem Blog möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, wie sich Digitalisierung (Stichworte: Industrie 4.0, Big Data, Internet of Things, etc.) auf unsere Arbeitswelt auswirkt und wie man diesbezüglich moderne Unternehmensführung gestalten kann. Aus Studien geht hervor, dass in Deutschland 86% der Arbeitnehmerinnen keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben! Eine erschreckende Relation – finden Sie nicht auch? Sie können diese Aussage auch sehr leicht überprüfen. Sprechen Sie mal ihre Freunde und Bekannte auf dieses Thema an und holen sich deren Antwort dazu ab. Glauben Sie mir das diese 86% sehr schnell bestätigt sind? Es lohnt demnach danach zu fragen woran das liegt, um im Anschluss Ansätze aufzuzeigen, die dazu beitragen können diese Situation entscheidend zu verbessern.

Springen wir gedanklich zunächst zurück – so ungefähr 100 Jahre. Damals begann das Zeitalter der industriellen Revolution.

Die industrielle Revolution war unter anderem dadurch geprägt, dass sich eine neue Art der Unternehmensführung durchgesetzt hat. Grund dafür waren die Märkte. Sie waren riesig, nahmen viel Platz ein. Dadurch waren sie für den Konsumenten nicht durchschaubar bzw. transparent. Es handelte sich um den klassischen Verkäufermarkt, d.h. die Unternehmen konnten die Kundeninteressen mehr oder weniger ignorieren. Sie kennen sicherlich dieses berühmte Zitat:

  • „Sie können einen Ford in jeder Farbe haben – Hauptsache er ist schwarz“ — Henry Ford

Es beschreibt die damalige Situation exakt. Genauso haben die Unternehmen in der Zeit der industriellen Revolution gedacht und gehandelt. Die einzige Herausforderung für die Unternehmen war es, die internen Prozesse so zu optimieren, dass mit einem gegebenen Aufwand ein maximaler Ertrag erzielt werden konnte. Kurz: die Umsetzung des betriebswirtschaftlichen Prinzips der Gewinnmaximierung!

Den Unternehmen war es möglich, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren und die Umwelt nahezu komplett auszublenden. Es galt intern zu optimieren, ungeachtet dessen, was außerhalb des Unternehmens geschah.

Diese Denk- und Handlungsweise hat in den Unternehmen Organisationsformen mit Hierarchieebenen und Abteilungen hervorgebracht. Genau diese Organisationsformen waren für die beschriebenen Bedingungen optimal, ja geradezu genial. Aber – wir nutzen diese Organisationsformen heute noch. In vielen Unternehmen sind sie noch gang und gäbe. Mit dem fundamentalen Unterschied, dass sich die Märkte vollkommen verändert haben. Weg vom Verkäufermarkt hin zum Käufermarkt!

Wir haben heute aggressive, kompetitive Märkte, die rasanten und teilweise schnelllebigen Veränderungsprozessen unterliegen. Insofern müssen wir uns eingestehen, dass unsere Vorgaben (die beschriebenen Organisationsformen) nicht mehr zum bestehenden System (den Märkten) passen. In der Konsequenz heißt das “wir müssen das Betriebssystem der Unternehmensführung neu erfinden!”

Wir haben das “Ei des Kolumbus” gefunden, ganz einfach: Unternehmensführung neu erfinden! Bloß – wie machen wir das?

Es gibt Unternehmen, ich muss zugeben es sind noch nicht sonderlich viele, die bereits die ersten Gehversuche außerhalb ihrer Komfortzone hinter sich haben. Lassen Sie mich mit einem Beispiel – oder besser gesagt einem Best Practise – beginnen.

Sie kennen die Drogeriemarktkette DM. Gehen Sie mal bitte in Ihrer näheren Umgebung in eine Filiale von DM und schauen Sie sich um. Vielleicht finden Sie dort einen Wickeltisch und ein großes Sortiment an Windeln. Gehen Sie dann mal bitte in eine andere Filiale in einem anderen Stadtteil oder einer anderen Stadt. Dort finden Sie vielleicht keinen Wickeltisch und ein viel kleineres Sortiment an Windeln. Warum? Weil in diesem Stadtteil viele ältere Menschen wohnen und es weniger Babys gibt. Bei DM bestimmt jede Filiale ihr Sortiment selbst. Das wäre früher bei Schlecker undenkbar gewesen!

Sie sehen, es gibt Unternehmen, die bereits auf dem Weg sind ihr Betriebssystem Unternehmensführung anzupassen. Was braucht man dazu? Nennen wir es eine Organisationsform mit einer Struktur , die es zulässt, dass individuelle Kreativität zur Geltung kommen kann. Unternehmen müssen zulassen, dass “Menschen Ideen haben dürfen!” Aber was ist Kreativität überhaupt? Gibt es einen Knopf zum An- und Ausschalten?

Das Wort Kreativität stammt vom lateinischen “creare” ab und bedeutet so viel wie etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen oder herstellen. Kreativität ist damit die Fähigkeit neue Ideen, Lösungen und Verbindungen zu finden bzw. schon Vorhandenes auf eine neue Weise zu verwenden oder miteinander zu kombinieren.
(Wikipedia – Definition Kreativität)

Vor diesem Hintergrund erfüllen kreative Ideen oder Ergebnisse vor allem 3 Charakteristika:

  • Sie sind anders als das Gewohnte.
  • Sie sind überraschend und
  • Sie bieten einen Nutzen, den andere auch erkennen bzw. anerkennen.

Team Kreativität
Bildquelle: © Markus Mainka – fotolia.com. | Team Kreativität

Prinzipiell ist es so, dass jede Person, also auch jeder/jede MitarbeiterIn, kreatives Potential besitzt. Ob und wie dieses Potential jedoch genutzt wird, ist unterschiedlich. Hilfreich ist sicherlich immer eine neugierige Grundhaltung. Diese Grundhaltung im Unternehmen zu forcieren und fördern ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung kreativer Prozesse im Unternehmen.

Sitz der Kreativität ist das Gehirn und hier vor allem die rechte Gehirnhälfte. Sie ist spezialisiert auf Phantasie, Gefühle sowie räumliches Vorstellungsvermögen und gilt als spontan, künstlerisch, kreativ , visuell, und freut sich sogar im Chaos.

Ich erspare mir an dieser Stelle näher auf die linke Gehirnhälfte einzugehen. Nichts desto trotz ist es nun mal so, dass die Fähigkeiten beider Gehirnhälften bei den Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Da dem so ist, ist auch das kreative Potential der Menschen unterschiedlich. Allerdings gibt es einige Eigenschaften, die Kreativität begünstigen:

  • Problemsensitives Denken;
  • Flexibles Denken;
  • Originalität;
  • Selbstmotivation;
  • Ausgezeichnetes Know-how;
  • Ausdauer;
  • hohe Frustrationsgrenze und last not least
  • Sichere Urteilskraft.

Um die Kreativität in Unternehmen, Projekten oder Abteilungen gezielt zu fördern, ist es zum einen wichtig, derartige persönliche Eigenschaften und Kompetenzen zu forcieren und zu unterstützen. Zum anderen sollte man typische mit Kreativität verbundene Irrtümer kennen, um sie gezielt ausschalten zu können. Zu diesen Irrtümern zählen:

  • Kreativität entsteht aus Chaos;
  • Fachleute sind selten kreativ;
  • Junge Menschen, vor allem Kinder, sind besonders kreativ;
  • Kreative Menschen sind Außenseiter und Querdenker und, ein sehr wesentlicher Punkt,
  • Kreativitätstechniken sind nicht erforderlich.

Zurückkommend auf die in der Einleitung dargestellte ständig zunehmende Komplexität der Märkte steigen im beruflichen Umfeld die Anforderungen auf allen Ebenen. Dies gilt für Führungskräfte, Abteilungsleiter, Projektmanager, Teammitglieder oder auch jede/jeden MitarbeiterIn in gleicher Weise. Beispiele hierfür gibt es massenweise:

  • Klassische hierarchische Strukturen müssen sich ändern;
  • Die Projektarbeit nimmt auf allen Ebenen zu;
  • Die Anforderungen an die Qualifikationen an die Mitarbeiter nehmen zu;
  • Die Kommunikationserfordernisse innerhalb und zwischen den Unternehmen steigen;
  • Der Innovations- und Kostendruck nimmt zu;
  • Die Entscheidungsfreiheit einzelner Mitarbeiterinnen nimmt zu und
  • die Konflikte auf allen Ebenen nehmen zu.

Infolgedessen steigt der Bedarf an wirkungsvollen Strategien und Ideen, um den ständig neuen Herausforderungen begegnen zu können. Immer kompliziertere Aufgabenstellungen wollen gelöst werden und hierzu ist Kreativität gefragt. Dies gilt nicht nur für den klassischen Bereich der Entwicklung und Weiterentwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, sondern betrifft auch die Art und Weise wie zukünftig kreative Prozesse bis hin zu gänzlich neuen kreativen Geschäftsmodellen erzeugt werden können.

Um Kreativität zu forcieren und zu fördern bedient man sich der Kreativitätstechniken. Technik und Kreativität – ist das nicht ein Widerspruch? Nein, ist es nicht. Kreativität ist ein Prozess der sich tatsächlich durch entsprechende Methoden und Techniken unterstützen lässt. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Methoden und Techniken problemorientiert angewandt werden. Aus diesem Grund gibt es auch nicht die eine Kreativitätstechnik, sondern eine Vielzahl von Techniken, die auf unterschiedlichen Prinzipien basieren. Grob unterteilt man die Kreativitätstechniken in 3 Kategorien:

  • Assoziative Techniken;
  • Strukturierte Techniken und
  • Bildhafte Techniken.

Es würde an dieser Stelle bei weitem den Rahmen dieses Artikels sprengen um näher auf einzelne Kreativitätstechniken einzugehen. Deshalb verweise ich an dieser Stelle auf entsprechende Fachliteratur und empfehle dazu:
Das große Buch der Kreativitätstechniken

Allerdings reicht es nicht, die wichtigsten Kreativitätstechniken zu kennen, um den Prozess der Kreativität zu fördern. Genau so wichtig ist es, zum einen für eine kreativitätsfördernde Atmosphäre zu sorgen und zum anderen die wichtigsten Denkblockaden zu kennen, die den Kreativitätsprozess behindern könnten.

Wir leben in einem spannenden wirtschaftlichen Umfeld dessen Märkte mit rasanter Geschwindigkeit ständig in Bewegung sind. Dies zwingt uns alles Bestehende immer und immer wieder kritisch zu hinterfragen. Die Komplexität der Märkte ist nicht beherrschbar. Von niemanden, von keinem – auch nicht von den besten Spitzenmanagern. Wer von sich behauptet den bzw. die Märkte zu beherrschen, belügt sich selbst und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Besseren belehrt. Komplizierte Aufgaben- bzw. Problemstellungen können wir mit Logik lösen – Komplexität nicht. Für Komplexität schaffen wir Modelle im Glauben, dass diese Modelle vereinfacht die Realität abbilden. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Märkte sich nach unseren Modellen verhalten. Das war nie so und wird auch nie so sein. Darüber sollten wir uns bewusst sein.

Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen Organisationsformen mit Strukturen, die es Ihnen und Ihren MitarbeiternInnen ermöglicht das gesamte Potential an Kreativität zu entfalten. Ihre KollegenInnen werden es Ihnen mit vielen innovativen und kreativen Ideen danken. Eigentlich gibt es auch gar keine andere Chance, da Sie ansonsten nicht flexibel genug sind, um schnell und zielgerichtet auf die Herausforderungen der Märkte zu reagieren. Alte Strukturen müssen aufgebrochen werden, um weiter in den Märkten erfolgreich zu sein. Kreativität ist einer der Schlüssel dazu.

Gerne unterstützen wir Sie aktiv im Rahmen des Change Managements bei der Freisetzung der kreativen Potentiale innerhalb Ihres Unternehmens. Kontaktieren Sie uns. Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine E-Mail oder kommen Sie auf einen Kaffee vorbei. Wir freuen uns auf Sie. Bis dahin …

bleiben Sie uns bitte gewogen …

Thomas Linn
Aus Aitrach - Ihr Thomas Linn