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Ihr eigener Blog -Vorgehensweise (Teil 2)

geschrieben am 2015-10-05 18:20:00
Ihr eigener Blog -Vorgehensweise (Teil 2)

Wie angekündigt und versprochen, hier der 2. Teil unserer Handlungsanleitung für die Planung, Konzeption und Umsetzung Ihres eigenen Unternehmensblogs. Nach der Einführung aus dem 1. Teil, steige ich mit diesem Artikel in die Praxis ein. Es geht um folgende Fragestellungen:“Wie finde ich Themen? Wie liefere ich in meinen Beiträgen Nutzen und biete Mehrwert? Was benötige ich denn überhaupt an Technik?” und – ein echtes Highlight – wir schauen uns den Blog eines guten Kollegen näher an, ein echter Profi-Blog. Aber ich möchte hier noch nicht zuviel verraten. Seien Sie gespannt.

Fangen wir an, los geht’s !

Wie finde ich Themen?

Unterschätzen Sie diese Frage bitte nicht! Ich weise ganz bewusst schon hier darauf hin, weil die Themenfindung zum einen ein zeitaufwendiger Prozess ist, zum anderen auch einiges an Erfahrung voraussetzt. Einsteiger tun sich oftmals damit recht schwer. Wie so oft, Übung macht den Meister !

Themenschwerpunkte

In einem ersten Schritt geht es um die Definition Ihrer Themenschwerpunkte. Nur wenn Ihre Leser in etwa wissen, was sie erwartet, und nur wenn die Inhalte für sie tatsächlich von konkreten Nutzen sind, werden sie regelmäßig wiederkommen. Was sind also die Bedürfnisse der definierten Zielgruppen? Wofür begeistern sie sich? Menschen suchen im Internet nicht immer nach Produkten, sondern viel häufiger nach Lösungen für ihre Probleme. Bieten Sie deshalb Lösungen an bzw. denken Sie diese zumindest an.

Brainstorming

Machen Sie im nächsten Schritt ein Brainstorming. Lassen Sie mich zur Erläuterung ein praxisnahes Beispiel heranziehen. Stellen wir uns einen Schreinereibetrieb vor. Als Zielgruppe möchte der Inhaber Personen mit mittlerem Einkommen ansprechen und informiert deshalb zum Beispiel über Kniffe für Heimwerker oder Tipps zum Umgang mit Holz.
Eine weitere Zielgruppe wären Personen mit hohem Einkommen, deren Interesse mit Beiträgen zu Holz in der Kunst, Architektur oder in speziellen Designs geweckt werden könnte.
Auch Naturliebhaber und Umweltfreunde sollen mit dem Blog erreicht werden, deshalb gibt es zusätzlich Informationen zur Beschaffung und Behandlung von Holz, ökologische Themen und so weiter, und so weiter.
Ihr Unternehmensblog kann also weit mehr beinhalten als die neuesten Möbel oder Holztreppen.

Nachfolgend einige Vorschläge für mein Beispiel:

  • Erstellen Sie Heimwerker-Anleitungen für Ausbesserungsarbeiten
  • Erläutern Sie den Gebrauch geeigneter Werkzeuge
  • Verraten Sie Tricks zur Pflege von Möbeln oder Böden aus Holz
  • Berichten Sie über High-Tech-Maschinen in der Holzverarbeitung und welche uralten, überlieferten Methoden immer noch die schönsten Ergebnisse bringen
  • Zeigen Sie ungewöhnliche Auftragsarbeiten und gelungene Restaurierungen
  • Stellen Sie Kunstwerke, Designermöbel und Architektur aus Holz vor (greifen Sie ruhig Fundstücke aus anderen Blogs auf, die Sie kurz beschreiben und verlinken, vielleicht verlinkt man dann auch auf Sie)
  • Erläutern Sie, welches Holz für welchen Zweck am besten geeignet ist
  • Greifen Sie Kontroverses auf etwa zur Holzbeschaffung; Woher beziehen Sie selbst Ihr Rohmaterial?
  • Was bedeutet Forstwirtschaft für die Umwelt?
  • Weisen Sie regelmäßig auf regionale, relevante Ausstellungen oder Events hin
  • Streuen Sie zur Auflockerung vielleicht einen Witz über den Holzwurm ein.

Firmenrelevante Beiträge

Geeignet sind natürlich auch Themen, die sich auf das Unternehmen beziehen wie:

  • Neue Entwicklungen nach Messebesuchen
  • Problemlösungen und zusätzliche Einsatzmöglichkeiten durch ein Produkt
  • Besondere Leistungsangebote
  • Rückmeldungen zufriedener Kunden
  • Statistik über positive Unternehmensentwicklung
  • Blick hinter die Kulisse des Unternehmens oder der Branche.

Weitere Impulse zur Themenfindung

Relevante Inhalte erfahren Sie auch von der Zielgruppe selbst:

  • Besuchen Sie einschlägige Foren, greifen Sie Vorlieben und Probleme der Zielgruppe in Ihren Beiträgen auf
  • Prüfen Sie in der Besucherstatistik Ihres Blogs, welche Seiten Ihre Leser am häufigsten aufrufen; gehen Sie immer wieder auf Aspekte des entsprechenden Themas ein
  • Ggfs. lohnt sich auch ein Blick auf die Themen in Blogs von Konkurrenten.

Aus meiner Sicht hat es sich bewährt, Ideen und Inspirationen laufend in Stichworten festzuhalten und das, was Sie am meisten anspricht, im nächsten Beitrag aufzugreifen.
Wählen Sie Themen aus, die Sie selbst begeistern und mit denen Sie sich schon aus eigenem Interesse ständig befassen.

So, jetzt ist aber wirklich soweit. Werfen wir einmal einen Blick hinter die Kulissen eines echten Profis:
Der Blog von Gero Pflüger! Ich kenne ihn durch unser beider Leidenschaft zu Social Media. Wir gehen beide diesem Thema nicht nur rein beruflich nach, sondern aus Leidenschaft! Im Vorfeld meiner Recherchen habe ich Gero gefragt:” Du, ich möchte eine Guideline erstellen, wie kleine und mittlere Unternehmen zu einem eigenen Unternehmensblog kommen. Ich brauche dazu ein Beispiel aus der Praxis – ein Best Practice! Ich dachte an Dich? Seine Antwort war schnell, einfach und eindeutig:” Klar, ich bin dabei!” Ich darf Ihnen vorstellen – und ich bin stolz drauf – Gero Pflüger:

Gero Pflüger
Alle Rechte des Fotos bei Gero Pflüger

Ganz so einfach habe ich ihn natürlich nicht davon kommen lassen. Ich habe zu ihm gesagt:“Gero, eine Frage musst Du mir erlauben und beantworten: Erzähle mir ein bisschen was über Dich und über die Motivation und Zielsetzung Deines Blogs!”

Gero’s Antwort:

“Die Agentur pflüger: kreativ ackern! unterstützt mittelständische Unternehmen dabei, erfolgreicher im Social Web zu werden. Wir analysieren bestehende Auftritte, entwickeln individuelle Social-Media-Strategien, schulen das Personal oder fungieren gleich als externe Social-Media-Abteilung.

Doch immer wieder stoßen wir auf große Vorbehalte gegenüber sozialen Plattformen. Viele Unternehmer fürchten sich vor öffentlicher Kritik oder sogar einem Shitstorm oder wissen einfach nicht, wie sie beginnen können, das Social Web zu nutzen. Hier kommt unser Blog geropflueger.de! ins Spiel – leicht verständlich geben wir hier kostenlos Tipps und Tricks, beschreiben Best Practices und geben Handlungsempfehlungen.

Ich selbst bin ein »Digital Native«, also groß geworden mit digitaler Technologie. Als ich 1995 von MS-DOS/Windows auf den Macintosh umstieg, hatte dieser ein serienmäßig eingebautes Modem – und so ging ich nur drei Jahre nach Erfindung des World Wide Webs online. Schnell stieß ich auf Newsgroups und Foren – die Vorläufer moderner Social-Media-Plattformen – und war sofort angefixt. Seit dem Jahr 2000 blogge ich (das hieß damals noch nicht einmal so) und seit 2009 betreue ich Auftritte auf Facebook, Twitter und anderswo im Auftrag meiner Kunden auch professionell. Im Jahr 2014 entschied ich, den Fokus der ganzen Tätigkeit meiner Werbeagentur auf Social Media zu legen. Denn Social Media und Content Marketing gehört die Zukunft, nicht der gedruckten Anzeige in der Zeitung.”

Grandioses Statement – hat doch was – oder liege ich da falsch? Schau’n wir doch mal was er auf seinem Blog so treibt …

Ihr eigener Blog -Vorgehensweise (Teil 2)

Sie sehen es scheint so, als ob er Karten spielen kann; es scheint auch so, als habe er keine Probleme damit sich immer den richtigen Schuh anzuziehen (entschuldigen Sie bitte, das Foto kann hier täuschen :-)). Dennoch, nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit um in seinem Blog zu stöbern. Sie werden schnell merken, dass es sich lohnt.

Haben Sie reingeschaut? Schon ein Profi – oder? Ich verrate Ihnen seine Kniffe und hoffe, dass er mir nicht böse ist.

Wie erstelle ich Beiträge?

Content is King – bieten Sie Mehrwert?

Nützlich, interessant und glaubwürdig sollte ein Beitrag sein. Reine Produktwerbung und übertriebenes Lob des Unternehmens stößt bestenfalls auf kein Interesse, im schlimmsten Fall sogar auf Ablehnung.

Bieten Sie relevante Informationen, greifen Sie Wünsche auf, beantworten Sie Fragen. Berichten Sie immer wieder von Dingen, die wenig bekannt sind. Kopieren Sie keine bestehenden Texte. Sie würden gegen das Urheberrecht
verstoßen und vergeben die Chance auf Originalität.

Bleiben Sie authentisch. Schaffen Sie Nähe durch eine offene und ehrliche Selbstdarstellung, die die Vorzüge des Unternehmens erwähnt, aber nicht in Selbstüberschätzung oder gar Überheblichkeit ausartet.

Ihr Schreibstil darf durchaus auch locker sein – aber bitte immer höflich und respektvoll!

Um einen ansprechenden Eindruck zu hinterlassen, sollten Sie natürlich auf eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik achten. Andererseits handelt es sich bei einem Blog aber nicht um eine wissenschaftliche Arbeit. Die Persönlichkeit des Autors darf ruhig durchschimmern und auch ein eher umgangssprachlicher Ton ist in der Regel kein Problem.

Form, Struktur und Übersichtlichkeit

Zur leichteren Lesbarkeit unterteilen Sie den Text in Absätze. Garnieren Sie möglichst jeden Artikel mit einem Bild (Foto, Grafik, Chart), auch Videos und Audiodateien (heute umso mehr denn je) sind eine willkommene Ergänzung und Auflockerung.

Vom Umfang her sind 300 bis 400 Wörter in der Regel ausreichend, bis zu 1500 Wörtern kann man für informativere Themen verwenden. Gliedern Sie längere Artikel in Abschnitte und verwenden Sie Zwischenüberschriften. Arbeiten Sie mit Aufzählungen und Nummerierungen.

Wissen Sie jetzt, weshalb ich von mir nicht behaupte einen Blog zu schreiben? (Im Vertrauen, nur Sie und ich, bei der Anzahl der Zeichen habe ich keine Chance :-))

SEO (Search Engine Optimization) gibt es auch noch …

Damit Ihr Blogbeitrag von Suchmaschinen gefunden wird, verwenden Sie relevante Schlüsselworte (Keywords). Am wirkungsvollsten sind sie im Titel aufgehoben, aber auch im Text, in Bildunterschriften und als alternativer Text für Bilder sollten sie erscheinen. Vorsicht: Nicht übertreiben! Das beste Suchmaschinenergebnis ist sinnlos, wenn der Artikel sich nicht mehr ansprechend liest und der Besucher sich
wieder abwendet.

Erstellen Sie außerdem sogenannte „Tags“. Die meisten Bloganbieter stellen diese Funktion zur Verfügung und ermöglichen es, beliebige Schlüsselbegriffe zusätzlich zu hinterlegen.
Diese werden dem Beitrag zugeordnet und von Suchmaschinen erkannt.

Bitte, nehmen Sie diesen Punkt nicht mehr ganz so ernst. Er wird immer noch gepusht, verliert aber aus meiner Sicht immer mehr an Relevanz.

Mehr Klicks durch Verweise (Backlinks)

Fügen Sie in Ihrem Beitrag Links zu früheren, thematisch passenden Artikeln auf Ihrem Blog ein. So erhöhen Sie die Klickrate und damit das Ranking in den Suchmaschinen.

Links zu anderen Blogs können dazu führen, dass dort auch der eigene Blog verlinkt wird. Voraussetzung ist natürlich, dass das Thema relevant und der eigene Blog durch regelmäßige neue Beiträge interessant ist. Sowohl solche Backlinks als auch die daraus resultierende höhere Klickzahl werden von den Suchmaschinen mit einem höheren Ranking belohnt.

Erstellen Sie einen Redaktionsplan für Ihre Beiträge

Eine der wichtigsten Grundregeln heißt: Beiträge müssen regelmäßig erscheinen. Etwa eine Veröffentlichung in der Woche sollten Sie einplanen. Um Ihre eigene Disziplin sowie die Erwartungshaltung Ihrer Leser zu fördern, schreiben Sie am besten immer zu einem festen Zeitpunkt. Wenn Sie dafür zum Beispiel den Montagnachmittag ab 15 Uhr reservieren, können
Sie während der Woche noch am Text feilen und den Beitrag freitags veröffentlichen. Sie können auch Mitarbeiter oder freiberufliche Texter beauftragen, idealerweise mit jeweils eigenen Themen. Gastbeiträge von Experten sind eine gute Abwechslung und vermitteln außerdem einen kompetenten Eindruck.

Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, ich mag diesen Punkt nicht sonderlich, obwohl er in seiner Kernaussage stimmt. Meine Meinung: “Schreiben Sie in dem Rhythmus, der für Sie angenehm und machbar ist, konzentrieren Sie sich auf den Inhalt und halten Sie allen anders Denkenden entgegen:” weniger ist oftmals mehr!” Schreiben Sie wenn Sie Lust haben und versuchen Sie einen Rhythmus einzuhalten, erzwingen Sie ihn nicht.

Mein eigener Blog – was brauche ich an Technik?

Um einen Blog zu betreiben, muss man zunächst weder Geld ausgeben noch sich mit der Installation eines eigenen Programms beschäftigen. Es gibt kostenlose Anbieter wie Wordpress, Tumblr, u.v.m., über die man online einen Blog einrichten und betreiben kann. Im Zeitalter des Web 2.0 ist das Angebot nahezu unbegrenzt. Man braucht sich nur anzumelden, wählt eine Design-Vorlage aus und schon kann es losgehen mit dem Posten.

Ja, es ist wirklich recht einfach und mit relativ wenig Budget umsetzbar. Aber, es stößt natürlich alles an seine Grenzen. Ein Template bleibt ein Template und Sie können das ohne tiefergehende Kenntnisse nicht ändern. Für den Einstieg ist alles auf dem Markt, was der Anfänger braucht um starten zu können und was ein Insider dann professionell ausbauen kann.

Ich möchte Ihnen deshalb zum Schluß einen Blog Beitrag von Gero Pflüger besonders empfehlen:

Kosten KMU

Kosten Social Media

Ausblick: Ihr eigener Blog – Vorgehensweise (Teil 3)

Mit diesem 2. Teil haben Sie das zentrale Dokument für die Planung, Konzeption und Umsetzung Ihres eigenen Unternehmensblogs zur Verfügung. Es hängt jetzt im Prinzip alles davon ab, was Sie daraus machen.

Wenn ich Sie inspirieren konnte und Ihnen gleichzeitig Mut gemacht habe in die Offensive zu gehen und Ihren eigenen Blog aufzubauen, habe ich meine Zielsetzung erreicht. Seien Sie trotzdem gespannt auf den 3. Teil. Dort erfahren Sie dann wirklich die Geheimnisse der erfolgreichsten Unternehmensblogger in Deutschland.

Ich danke – nein, mein Kollege Gero Pflüger und ich danken Ihnen für Ihr Interesse und freuen uns über jegliches Feed back ….. und bitte, denken Sie dran,…

bleiben Sie uns gewogen …

Thomas Linn
Aus Aitrach - Ihr Thomas Linn